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Geschlechtskrankheiten

Hepatitis B: Eine hochansteckende Virusentzündung der Leber

Dr. rer. nat. Erwin Spiegel , Chemiker und wissenschaftlicher Klinikreferent
Zuletzt aktualisiert am: 23.09.2019
Dieser Text wurde nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern auf Richtigkeit überprüft.

Dein letzter Bade- und Erlebnisurlaub in Südost-Asien vor einigen Monaten brachte dir neue Kraft und Energie. Umso mehr sorgst du dich seit Kurzem wegen akuter Gliederschmerzen und allgemeiner Schwäche. Ist das möglicherweise die Spätfolge einer Infektion während dieser Reise, vielleicht gar eine Hepatitis B? Damit du dir ein klares Bild über diese Krankheit machen kannst, haben wir nachfolgend die wesentlichen Informationen bis hin zu Vorsorgemaßnahmen zusammengestellt.

Hepatitis B: Das Wichtigste vorweg

Hepatitis B — das Wichtigste vorweg

Schon in der Jungsteinzeit gab es die Hepatitis B

Die Hepatitis B ist eine hoch ansteckende Virusentzündung der Leber. Zum Glück verläuft sie in den meisten Fällen nur akut und heilt innerhalb weniger Wochen wieder aus. Das gilt für etwa 90 Prozent aller Betroffenen. Bei den restlichen 10 Prozent jedoch wird sie chronisch und kann bei jedem Vierten in dieser Gruppe im Verlauf der Jahre bis hin zu einer Schrumpfleber (Leberzirrhose) oder einem Leberkrebs (Leberzellkarzinom) führen.

Der Erreger einer Hepatitis B ist das Hepatitis-B-Virus, abgekürzt HBV, das seit mehr als 7000 Jahren existiert. Forscher des Kieler Max-Planck-Instituts haben das an menschlichen Zähnen aus der Jungsteinzeit nachgewiesen.

Wie sich das B-Virus die Welt aufteilt

Eines der größten Probleme dieser Viruserkrankung ist die globale Verbreitung. Nach aktuellen Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO haben circa 2 Milliarden Menschen eine Hepatitis-B-Infektion durchgestanden oder sind aktuell davon betroffen. Das ist ein Viertel der Weltbevölkerung. Zusätzlich leiden etwa 240 Millionen unter der chronischen Form und knapp 1 Million stirbt an den Folgen.

Am häufigsten findet sich die chronische Hepatitis bei fünf bis zehn Prozent der Erwachsenen in Sub-Sahara-Afrika und Ostasien. Aber auch in Süd- und Osteuropa beträgt die Verbreitung noch zwei bis fünf Prozent, während sie in Westeuropa und Nordamerika unter einem Prozent liegt. Hier schlägt die Impfung positiv zu Buche.

Die Hepatitis-B-Viren besitzen ausgefeilte Überlebensstrategien

Aus heutiger Sicht ist die globale Präsenz dieses B-Virus leicht nachvollziehbar. Denn dafür hat es nahezu perfekte Überlebensstrategien entwickelt. Beispielsweise kann es geschickt dein Immunsystem täuschen und sich so zumindest vorübergehend vor Angriffen schützen. Außerdem ist es enorm widerstandsfähig gegen viele gängige Desinfektionsmittel. Selbst feuchte Hitze bis zu 90 °C machen ihm nicht viel aus. Hat das B-Virus nach erfolgter Ansteckung den Weg in deine Leberzellen geschafft, ist es fast unangreifbar.
 
Erst mit der modernen Medizin der letzten 50 Jahre haben sich die Chancen für das Virus wesentlich verschlechtert. Es begann mit seiner Entdeckung 1970 und der zügigen Entwicklung eines wirksamen, gut verträglichen Impfstoffs, der seit Anfang der 1980er Jahre verfügbar ist. Die Behandlung der chronischen Hepatitis B bleibt jedoch bis heute für Ärzte und Patienten langwierig. Eine deutliche Besserung der Symptome ist erreichbar, eine vollständige Heilung bleibt eher die Ausnahme.

Hepatitis A, die weniger aggressive Variante von Hepatitis B

Auch wenn die Hepatitis A ebenfalls durch ein Virus ausgelöst wird, verläuft sie nie chronisch und nur selten schwerwiegend. Die Erkrankung ist aber ebenfalls weltweit verbreitet.
 
Heute gelten in Deutschland auftretende Fälle mit dieser Infektion zu etwa 50 Prozent als „Reise-Hepatitis“. Die Ansteckung mit dem A-Virus erfolgt nicht über das Blut, sondern durch mangelnde Hygiene beim Toilettenbesuch oder verunreinigte Lebensmittel. Den besten Schutz bietet eine Impfung.
Unterschiede von akuter und chronischer Hepatitis B

Unterschiede von akuter und chronischer Hepatitis B

Grundsätzlich gibt es zwei Verlaufsformen der Hepatitis B. Die akute Variante heilt in der Regel nach wenigen Wochen oder spätestens in einem halben Jahr aus. Die chronische Version hingegen entwickelt sich, wenn die akute Entzündung auch über sechs Monate hinaus nicht abklingt. Die Folgen sind gravierend, denn die Erkrankung kann dann über Jahrzehnte fortbestehen und im Einzelfall zu lebensbedrohlichen Spätkomplikationen führen.

Akute Hepatitis B

Eine akute Hepatitis B ist die verlaufsbedingt unkomplizierte Version. Nach erfolgter Ansteckung hast du zunächst keinerlei Probleme, da die Erkrankung erst nach ein bis sechs Monaten Inkubationszeit ausbricht. Selbst dann müssen jedoch keine Krankheitssymptome auftreten. Denn mit etwas Glück gehörst du zu den etwa einem Drittel der infizierten Erwachsenen, die völlig beschwerdefrei (asymptomatisch) bleiben und auch keinerlei Medikamente benötigen.
 
In der Regel schafft es dein Immunsystem in etwa zwei bis sechs Wochen, die Hepatitis-B-Viren zu bekämpfen. Danach ist die akute Hepatitis ausgeheilt und die Ansteckungsgefahr überwunden. Deine Blutwerte zeigen dann statt der B-Viren lediglich Antikörper gegen das Virus, die dein Abwehrsystem während der Entzündungsphase aufgebaut hat.
 
Zählst du hingegen zu den verbleibenden zwei Dritteln der Infizierten, quälen dich nach der Inkubationszeit die typischen Zeichen einer akuten Leberentzündung. Die sind dann häufig breit gefächert und reichen von körperlicher Schwäche bis zu den äußerlich sehr auffälligen Gelbsuchtsymptomen. Allerdings zeigt nur jeder zweite Patient neben den allgemeinen Krankheitssymptomen zusätzlich diese Gelbfärbung (medizinisch: Ikterus).
Wegen deiner Beschwerden mit oder ohne Gelbsucht musst du dir aber keine großen Sorgen machen, denn auch sie heilen ohne Spezialmedikamente meist in einigen Wochen von selbst aus. Gegen deine allgemeinen Krankheitszeichen bekommst du natürlich bewährte Standardmedizin.
 
Nach dem Abklingen einer akuten Hepatitis B verbleiben deine Antikörper im Blut und schützen dich künftig in der Regel lebenslang vor diesem Virus.

Chronische Hepatitis B

Schafft es dein Immunsystem in den ersten sechs Monaten nach Ausbruch einer Hepatitis B allerdings nicht, die Erkrankung zu besiegen, wird deine Leberentzündung chronisch. Deine Blutwerte zeigen in diesem Fall weiterhin B-Viren anstelle von Antikörpern und die Beschwerden treten immer wieder auf.
 
Dann gehörst du zu den fünf bis zehn Prozent der Patienten, die im Normalfall eine spezifische medikamentöse Behandlung des B-Virus benötigen. Sie dient dazu, den chronischen Krankheitsverlauf abzumildern und gravierende Spätfolgen wie eine Leberzirrhose oder Leberkrebs möglichst zu vermeiden. Deine Chance auf eine völlige Heilung ist in dieser Situation allerdings begrenzt. Denn nur wenige chronische Patienten benötigen diese Spezialmedikamente nicht oder nur kurzfristig und können mit einem günstigeren Verlauf rechnen.

Sonderfall: Komplikation durch das Hepatitis-D-Virus

In seltenen Fällen kommt es zu einer zusätzlichen Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus, kurz HDV genannt. Die verläuft heftiger als eine alleinige Hepatitis B und wird fast immer chronisch. Sie kann aber nur auftreten, wenn bereits eine B-Hepatitis vorliegt. Deswegen schützt eine Impfung gegen Hepatitis B gleichzeitig gegen Hepatitis D. Eine spezielle Impfung gegen das D-Virus gibt es daher nicht.

Meldepflicht

Hepatitis B ist namentlich meldepflichtig. Dahinter steckt das Bemühen der Gesundheitsbehörden, bei eventuellen Ausbrüchen dieser Erkrankung schnellstmöglich die Ursachen zu ermitteln und Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Ansteckungsmöglicheiten sind breit gefächert

Ansteckungsmöglichkeiten sind breit gefächert

Die vielfältigen Wege der Ansteckung tragen wesentlich zur enormen Verbreitung von Hepatitis B bei. Die Viren gelangen beispielsweise über den Speichel, die Schleimhäute, die Scheidenflüssigkeit, kleinste Hautverletzungen, Blutungen, sowie über Urin- oder Stuhlausscheidungen in den Körper. Im Alltag bedeutet das: Sexualkontakte sind ebenso Infektionsquellen wie hygienisch unsauber durchgeführte Tattoos oder häusliche Nachlässigkeiten wie gemeinsam benutzte Zahnbürsten oder Nagelscheren.
 
In stark von der Hepatitis B betroffenen Ländern spielt sogar die Übertragung von der Mutter auf das Baby bei der Geburt (perinatal) eine Hauptrolle. Das Problem dabei: Diese geburtsbedingte Infektion entwickelt sich für das Kind ohne unmittelbare Impftherapie bis zu 90 Prozent chronisch.

Sexuelle Kontakte

Insbesondere in den Industrienationen spielen die sexuellen Kontakte die Hauptrolle bei den Neuinfektionen und machen mehr als die Hälfte der Fälle aus. Naturgemäß ist es deshalb auch die Altersgruppe der jüngeren Erwachsenen, die mehrheitlich eine akute Hepatitis B zeigen.
 
Auch ein Kondom, sonst bei vielen Sexualkeimen ein sehr sicherer Schutz, bewahrt dich nicht gänzlich vor einer HBV-Infektion. Denn sowohl bei akut wie chronisch infizierten Personen befindet sich das Virus nicht nur im Blut, sondern in allen erdenklichen Körperflüssigkeiten. Ob Speichel ohne jeden Tropfen Blut, Sperma, Vaginalsekret oder die Tränenflüssigkeit, sie alle sind Virusträger und daher ansteckend. Dennoch solltest du auf den Basisschutz des Kondoms keinesfalls verzichten.

Risikobehaftete Lebensstile und Berufsgruppen

Einige Personengruppen sind durch ihren Lebensstil oder beruflich stärker gefährdet, eine B-Hepatitis zu erleiden:
 
Beispielsweise sind dies Drogenabhängige, die sich ihre Mittel injizieren und dabei häufig Kanülen und Spritzen mit anderen teilen. Eine weitere Risikogruppe bilden Männer, die gleichgeschlechtliche Sexualkontakte haben. Ebenfalls deutlich stärker gefährdet als der Durchschnitt der Bevölkerung sind Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen.
 
Beruflich generell risikobehaftet ist natürlich das medizinisch und pflegerisch tätige Personal. Die Spanne reicht hier von den Kliniken über die Arzt- und Zahnarztpraxen bis hin zu den Pflegeheimen, der ambulanten Pflege und den Kindertagesstätten.

Blutkonserven

Viele Operationen kommen ohne Bluttransfusionen oder die Gabe sonstiger Blutprodukte nicht aus. Seitdem die Blutspenden konsequent auf HBV-Keime getestet werden, sind Ansteckungen mit Fremdblut fast gänzlich ausgeschlossen. Möchtest du bei einem planbaren Eingriff vollkommene Sicherheit, bietet sich der Weg über zuvor bereitgestelltes Eigenblut an.

Schwangerschaft

Ein Übertragungsweg des Hepatitis-B-Virus verdient besondere Beachtung: Die Infektion von Babys unmittelbar während oder direkt nach der Geburt (perinatal), falls die Schwangere HBV-infiziert ist. Dann erhält das Neugeborene innerhalb von 12 Stunden die notwendige Impfung und Antikörper. Anderenfalls wäre die spätere chronische HBV-Erkrankung des Babys vorprogrammiert. Ist der neue Erdenbürger auf diese Art geschützt, darf die Mutter sogar stillen, falls nicht andere medizinischen Gründe dagegensprechen.

Symptome einer Hepatitis B

Bei einem Drittel der Infizierten verläuft die Hepatitis B völlig beschwerdefrei (asymptomatisch). Die verbleibenden zwei Drittel indes entwickeln insbesondere diese Symptome:
  • Schwäche, Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit, teils Gewichtsverlust
  • Häufig Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Druckschmerz im Oberbauch
  • Muskel- und Gelenkbeschwerden
Kommt eine Gelbsucht (Ikterus) hinzu, zeigen sich zusätzlich:
  • Gelbe Haut und gelbe Augenfärbung
  • Dunkler Urin
  • Heller Stuhlgang
Der Grund für die verfärbte Haut, den hellen Stuhl und den dunklen Urin ist einfach zu erklären: Die entzündete Leber kann den gelben Gallenfarbstoff Bilirubin nur noch teilweise abbauen. Der sammelt sich dann in der Haut und im Urin an. Dafür fehlt er teilweise in der Galle und im Darm.
Diagnose bei Hepatitis B

Diagnose bei Hepatitis B

Selbst wenn du erst mit beginnenden Zeichen einer Gelbsucht in der Praxis vorstellig wirst, bleibt dir eine kurze Befragung durch den Arzt nicht erspart. Typische Schwerpunkte sind dabei dein Lebensstil und zurückliegende Urlaubsreisen, die Hinweise auf eine mögliche Hepatitis B geben können.
 
Deine Symptome und eine einfache körperliche Untersuchung reichen jedoch für eine zuverlässige Diagnose einer B-Hepatitis nicht aus. Klarheit hingegen bringt eine ausführliche Blutanalyse, wobei insbesondere folgende Parameter eine Rolle spielen:

Virus-Antigene:

Bist du mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert, enthält dein Blut verschiedene Virusbestandteile. Das sind beispielsweise Molekülbruchstücke und Eiweißstoffe, aus denen die Virushülle zusammengesetzt ist. Mediziner nennen diese Teilelemente HBV-Antigene.

Virus-DNA:

Ebenfalls im Blut zu finden ist die Virus-DNA. Sie besteht aus Biomolekülen mit der Erbinformation der Viren.

Antikörper:

Sobald dein Immunsystem den eingedrungenen Virus bemerkt, produziert es Antikörper gegen die verschiedenen Virusbestandteile und bekämpft so den Virus.
 
Die Gesamtbeurteilung aller Blutwerte liefert ein präzises Bild deiner Leberentzündung. Die Daten zeigen, ob tatsächlich eine Hepatitis B vorliegt, wie deine Immunabwehr arbeitet und welche Ansteckungsgefahr noch besteht.
Therapiemöglichkeiten

Therapiemöglichkeiten 

Bestätigt die Diagnose eine akute Hepatitis B, therapiert der Arzt in der Regel nur die Symptome und rät zu folgendem Verhalten:
  • Körperliche Schonung
  • Eventuell vorübergehende Bettruhe
  • Alkoholverzicht
  • Ausgewogene Ernährung
  • Bedarfsweise ergänzend ärztlich abgesprochene Selbstmedikation
Bei einer chronischen Hepatitis B jedoch erfolgt im Regelfall eine spezifische Arzneimitteltherapie. Dazu stehen zwei Medikamentengruppen zur Verfügung:
  • Alpha-Interferon, das die Patienten einmal wöchentlich als Spritze erhalten. Diese Substanz steigert die Abwehrkraft des Immunsystems.
  • Antivirale Präparate in Tablettenform zur täglichen Einnahme. Ziel ist hier, die Vermehrung des Virus zu hemmen.
 
Beide Therapiealternativen sind für die Patienten anstrengend, zeitlich aufwendig und teils lebenslang erforderlich. Sie können helfen, aber nur im Einzelfall heilen.
Selbsthilfe und Vorsorge

Selbsthilfe und Vorsorge

Hepatitis-B-Impfung Kinder

Der beste Schutz für dein Kind gegen Hepatitis B ist die vorbeugende Impfung. Hierzu empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) bereits seit 1995 die Grundimmunisierung im Säuglings- oder Kleinkindalter.
 
Für Säuglinge erfolgt sie in vier Teilschritten zwischen dem dritten und zwölften Lebensmonat. Bewährt ist ein Sechsfachimpfstoff, der fünf weitere Infektionskrankheiten abdeckt. Danach ist dein Kind im Regelfall auch noch als Erwachsener vor Hepatitis B geschützt.
 
Bei einem bisher nicht geimpften Kind oder Jugendlichen kannst du diese Grundimmunisierung laut STIKO nachholen. Das sollte jedoch noch vor der Pubertät oder spätestens bis zum 18. Lebensjahr erfolgen.
 
Eine Auffrischung (Booster-Impfung) bei Kindern und Jugendlichen hält die STIKO nicht für erforderlich. Als sinnvolle Ausnahmen gelten Einzelfälle, wenn besondere Risikofaktoren für eine HBV-Infektion bestehen. Hier berät dich dein Arzt.

HBV-Impfung Erwachsene

Bist du als Kind gegen Hepatitis B geimpft, benötigst du als Erwachsener üblicherweise keine Auffrischung. Sie ist nur ratsam, wenn du beruflich häufiger Risiken ausgesetzt bis, beispielsweise im Gesundheitssektor. Hast du allerdings noch ausreichend Antikörper im Blut, kann auch das entfallen.
 
Zählst du aus anderen Gründen zu den stärker gefährdeten Personengruppen, beispielsweise wegen einer ausgeprägten Immunschwäche oder der Partnerschaft mit einem chronisch HBV-Erkrankten, sind Impfauffrischungen ebenfalls ratsam. Auch hier gelten die noch vorhandenen Antikörper als Entscheidungskriterium.
 
Bei geplanten Fernreisen, insbesondere in das Landesinnere stärker betroffener HBV-Gebiete, solltest du zuvor einen Arzt wegen des Impfschutzes befragen.

Sexualleben

Selbst wenn ein Kondom keinen Rundumschutz gegen eine HBV-Infektion bietet, behält es auch hier seinen unverzichtbaren Stellenwert als Basisvorsorge. Das gilt besonders bei häufig wechselnden Sexualpartnern und bei Sex unter Männern.

Familiärer Bereich

Erkrankt ein Kind oder Partner an Hepatitis B, sind Panik und Hektik die falschen Ratgeber. Hier ist die übliche Hygiene ausreichend. Zudem sollten sich Familienmitglieder nicht die Zahnbürste, das Hand- und Badetuch, die Nagelschere oder den Rasierer teilen.

Ernährung

Eine pauschale Regel gibt es nicht. Generell solltest du jedoch keine belastenden Lebensmittel oder Getränke zu dir nehmen. Vorteilhaft sind eiweißreiche Kost und pflanzliche Produkte, aber auch die Vitamine A, B, C und D. Hier kannst du unterstützend auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. Alkohol ist verboten, Kaffee und Tee hingegen sind erlaubt, ebenso Lebertees aus der Drogerie oder Apotheke.

Pflanzliche Mittel

Gesundheitsbehördlich (Kommission E) sind drei pflanzliche Produkte zur begleitenden Leberbehandlung anerkannt: Mariendistel, Artischocke und Sojalecithin. Sie schützen die Leber vor Giftstoffen, fördern deren Regeneration und mindern Verdauungsbeschwerden. Geeignete Präparate sind rezeptfrei erhältlich.

Fazit

  • Die Hepatitis B ist eine hoch ansteckende Virusentzündung der Leber. Sie zählt weltweit zu den häufigsten Virusinfektionen.
  • Bei 90 Prozent der Betroffenen verläuft sie unkompliziert und heilt ohne spezielle Behandlung wieder aus.
  • 10 Prozent der Infizierten hingegen erkranken chronisch. Die Behandlung ist meist langwierig und beschwerlich. Die Chancen auf Besserung sind gegeben, auf völlige Heilung hingegen kaum.
  • Die beste Vorsorge besteht in einer Impfung gegen die Hepatitis-B-Viren, idealerweise bereits im Säuglingsalter.
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