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Penispilz: Genitalpilz gibt es auch beim Mann

Zuletzt aktualisiert am: 20.06.2019

Männer können schweigsam sein, wenn es um ihren Körper oder ihre Gesundheit geht. Daher ist der Penispilz kein beliebtes Thema unter Kollegen oder in der Kneipe. Viele Männer wissen gar nicht, dass nicht nur Frauen von einem Genitalpilz betroffen sein können. Das könnte daran liegen, dass lediglich 20 Prozent der männlichen Bevölkerung in Deutschland je die Diagnose Penispilz oder Eichelpilz erhält. Lesen Sie in diesem Ratgeber, wie Sie die Infektion erkennen und was Sie dagegen tun können. 

Der Erreger des männlichen Genitalpilzes

Der Erreger des männlichen Genitalpilzes

Hefepilze wie Candida albicans sind die typischen Erreger für Genitalinfektionen, sowohl beim Mann als auch bei der Frau. Pilze gehören zur gesunden Hautflora des Menschen und finden sich zusätzlich auf den Schleimhäuten. Stört ein äußerer Einfluss wie zum Beispiel eine Behandlung mit Antibiotika oder eine vorübergehende Schwäche des Immunsystems das Gleichgewicht der natürlichen Flora, beginnen die Pilze sich zu vermehren. Der betroffene Mensch reagiert mit Symptomen einer Entzündung auf die Infektion. Männer können sich beim Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Frau anstecken oder zum Beispiel an kontaminierten Handtüchern oder anderen Gegenständen.  
Der Penispilz und seine Symptome

Der Penispilz und seine Symptome 

Eine Genitalpilzinfektion ist in der Regel an der Eichel des Penis und an der Vorhaut zu sehen, falls der betroffene Mann nicht beschnitten ist.  
  • Zu Beginn rötet sich die Haut und schwillt leicht an.  
  • Es folgt ein quälender Juckreiz. 
  • Schmerzen können in Ruhe, sowie beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr entstehen. 
  • Flüssigkeitsgefüllte Bläschen können an der Eichel auftreten, wenn die Infektion stark ausgeprägt ist.  
  • Tritt weißlicher Ausfluss aus der Harnröhre auf, kann er sich unter der Vorhaut absetzen und einen unangenehmen Geruch entwickeln.  
Risikofaktoren für eine Penispilzinfektion

Risikofaktoren für eine Penispilzinfektion 

Männer sind recht widerstandsfähig gegen Genitalpilze und erkranken nicht so oft wie Frauen. Den Erregern fehlt auf einer gesunden Eichel das feuchtwarme Milieu. Ein erhöhtes Risiko, an einem Penispilz zu erkranken, haben Männer mit einer Verengung der Vorhaut. Hier bildet sich eine Kammer mit optimalen Lebensbedingungen für Hefepilze. Da sich die Genitalhygiene bei einer Phimose schwierig gestalten kann, empfiehlt der Urologe bei wiederkehrenden Pilzinfektionen eventuell eine Beschneidung.  

Ein schwaches Immunsystem kann sich nicht wehren 

Ein weiterer Risikofaktor ist ein geschwächtes Abwehrsystem. Unter Umständen kann hier schon Stress reichen, aber eher haben Männer mit folgenden Auffälligkeiten ein erhöhtes Risiko für einen Penispilz: 
  • Diabetes mellitus 
  • HIV bzw. AIDS 
  • Krebserkrankungen mit Chemotherapie 
  • Therapie mit Antibiotika 
  • Therapie mit Kortison 

Lebensstil und Risikofaktoren  

Sowohl eine exzessiv betriebene Genitalhygiene als auch zu seltenes Waschen von Penis und Vorhaut kann mit einer Genitalpilzerkrankung enden. Erstere zerstört die schützende Flora der Penishaut und fördert so das Pilzwachstum. Durch mangelnde Hygiene verbleibt das Sekret der Vorhautdrüsen (Smegma) unter der Vorhaut und schafft so das perfekte Milieu für Keime und Pilze. Häufiger, ungeschützter Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnerinnen birgt ebenfalls ein beachtliches Risiko, sich einen Penispilz oder eine andere Geschlechtskrankheit einzufangen.  
So behandelt der Arzt einen Genitalpilz beim Mann

So behandelt der Arzt einen Genitalpilz beim Mann 

Haben Sie den Verdacht, das Sie an einer Pilzinfektion im Genitalbereich leiden, ist der Urologe Ihr erster Ansprechpartner. Er kann bei Bedarf einen Hautarzt hinzuziehen. Hefepilze sind Krankheitserreger aus der Natur und können mit sogenannten Antimykotika erfolgreich behandelt werden. Bei unkomplizierten Infektionen verordnet Ihnen der Arzt eine Salbe mit dem Wirkstoff Clotrimazol oder ein verwandtes Medikament. Nach regelmäßiger Anwendung an Eichel, Vorhaut und Penis legen sich die Symptome innerhalb weniger Tage. Bitte setzen Sie die Therapie nach Anweisung des Mediziners fort, auch wenn es Ihnen rasch besser geht. Pilze haben einen langen Fortpflanzungszyklus und sind nicht so schnell abzutöten wie zum Beispiel Bakterien. Ihre Sexualpartner sollten ebenfalls behandelt werden, um eine gegenseitige Wiederansteckung zu vermeiden. Antimykotische Cremes erhalten Sie auch ohne Rezept in der Apotheke.  

Tabletten gegen Hefepilze  

Bei massiven Infektionen oder einer Immunschwäche können Tabletten gegen Pilze zum Einsatz kommen. Gängige rezeptpflichtige Wirkstoffe sind Fluconazol und Itraconazol. 

Unterstützende Maßnahmen 

  • Sie können die Therapie unterstützen, indem Sie Vorhaut und Eichel trocken halten. Baumwollunterwäsche ist hier hilfreich. 
  • Bei Bedarf können Sie den nässenden Penis mit Mullkompressen aus der Apotheke verbinden.  
  • Wechseln Sie Ihre Unterwäsche einmal am Tag und waschen Sie sie bei mindestens 60 Grad Celsius in der Waschmaschine.  
  • Wechseln Sie Handtücher täglich und nutzen Sie sie nur alleine. Auch hier gilt die 60-Grad-Regel für die Waschmaschine. 
  • Verzichten Sie auf Sex, bis Sie wieder gesund sind. 
  • Besuche von Schwimmbad und Sauna sollten ebenfalls warten, bis die Behandlung abgeschlossen ist. 

Wenn es juckt, aber kein Penispilz ist 

Bei Männern sind Pilzerkrankungen der Eichel und des Penis eher selten. Der Mediziner nimmt einen Abstrich von Ihrer Eichel und untersucht ihn unter dem Mikroskop. Sieht er typische Hefepilzstrukturen, steht die Diagnose fest. Viel häufiger hat eine Harnröhrenentzündung mit Ausfluss, Rötung der Eichel und Juckreiz aber einen anderen infektiösen Grund. Folgende Krankheiten zeigen ähnliche Beschwerden wie der Penispilz (Differenzialdiagnosen): 
  • Gonorrhö (Tripper, durch Bakterien ausgelöst) 
  • Chlamydieninfektion
  • Mykoplasmeninfektion 
  • Infektion durch Herpes-simplex-Viren 
  • Trichomonadeninfektion 
Der Urologe hat einen geschulten Blick für die Hautveränderungen an Vorhaut und Eichel und kann bei Bedarf im Labor eine Kultur anzüchten, um den verursachenden Keim zu bestimmen. 
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Quellen:

  • Dieter, J./Miller, K. (2007): Praxis der Urologie in zwei Bänden.
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