Symbolbild: Scheidentrockenheit
Symbolbild: Scheidentrockenheit
Untenrum bei Frauen

Scheidentrockenheit: Was tun?

Zuletzt aktualisiert am: 08.01.2019

Häufig sind Frauen in den Wechseljahren betroffen, aber eine trockene Scheide kann Frauen in jedem Alter treffen. Die Ursachen sind dabei so unterschiedlich wie die Frauen selbst und können körperlicher, aber auch seelischer Natur sein. Das typische Jucken und Brennen im Intimbereich stellt eine große Belastung dar, aber es gibt unterschiedlichste Methoden gegen die vaginale Trockenheit anzugehen.

Der vaginale Ausfluss: Was hält die Scheide feucht?

Der vaginale Ausfluss: Was hält die Scheide feucht?

Um die Vagina feucht zu halten und so vor einer Austrocknung zu schützen, produziert die Schleimhaut der Scheidenwand kontinuierlich eine Flüssigkeit. Der Fluor genitalis ist wichtig, um die Scheide vor Infektionen und äußeren Einflüssen zu schützen und dient zusätzlich der Selbstreinigung der Scheide.

Jede Frau produziert dabei täglich unterschiedliche Mengen von diesem Ausfluss, was aber während der verschiedenen Zyklusphasen erheblich schwanken kann. Zum Zeitpunkt des Eisprungs und kurz vor der Menstruation ist die Scheide häufig besonders feucht. Aus diesem Grund gibt es auch keinen Grenzwert, ab dem von vaginaler Trockenheit gesprochen werden kann.

Vielmehr hängt die Scheidentrockenheit mit der subjektiven Empfindung der Frau zusammen. Der gesunde Ausfluss hat eine weißliche Farbe und eine cremige, teilweise zähe Konsistenz. Er ist aber zu jedem Zeitpunkt nahezu geruchslos. Veränderungen der Farbe, der Menge des Ausflusses über einen längeren Zeitraum oder des Geruchs können auf eine Infektion hinweisen.

Eine trockene Vaginalschleimhaut ist dagegen seltener Ursache einer schweren Erkrankung, sollte aber dennoch gründlich untersucht und bei Bedarf auch behandelt werden.

Symptome: Wie äußert sich Scheidentrockenheit?

Symptome: Wie äußert sich Scheidentrockenheit?

Es ist wichtig, dass der Arzt die Scheidentrockenheit von anderen, schwerwiegenderen Erkrankungen abgrenzt. Dies fällt manchmal allein anhand der Symptome schwer, da sie eher unspezifisch sind. Dennoch ist mit diesen Beschwerden häufig auch ein hoher Leidensdruck verbunden:

  • Brennen und Jucken im Genitalbereich
  • Es können sogenannte Kontaktblutungen auftreten. Dies sind kleinere Blutungen beispielsweise nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen nach und vor allem beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)

Brennen und Jucken im Intimbereich, kleinere Blutungen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind typische Probleme bei vaginaler Trockenheit. Sie können aber auch als Symptom bei Infektionen und schwerwiegenderen Erkrankungen auftreten und sollten aus diesem Grund stets von einem Spezialisten untersucht werden.

Ursachen: Wie kommt es zu einer trockenen Scheide?

Ursachen: Wie kommt es zu einer trockenen Scheide?

Für die Entstehung von Scheidentrockenheit kann es viele Gründe geben. Psychische und körperliche Ursachen können hierbei eine Rolle spielen. Einer der häufigsten Gründe ist die Hormonumstellung in den Wechseljahren. Weitere Ursachen können sein:

  • Erkrankungen, die sich auf die Durchblutung und die Produktion des Fluor genitalis auswirken, wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Multiple Sklerose
  • übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen
  • Schwankungen im Hormonhaushalt während der Schwangerschaft und Stillzeit
  • Als Nebenwirkung einer Krebsbehandlung in Form von Hormontherapien, Chemotherapie oder Bestrahlung im Beckenbereich, wie es z.B. bei Brustkrebs oder Gebärmutterkrebs der Fall sein kann
  • Einnahme von Verhütungsmitteln mit einem geringen Östrogengehalt (z.B. Minipille)
  • Besonders übertriebene Intimhygiene mit Seifen, welche die Schleimhaut austrocknen können
  • Stress, Angst oder übermäßige Nervosität
  • Auch seelische Belastungen wie Probleme in der Partnerschaft können sich auf die vaginale Feuchtigkeit auswirken
Hormonumstellung: Warum sind sind so häufig Frauen in den Wechseljahren betroffen?

Hormonumstellung: Warum sind so häufig Frauen in den Wechseljahren betroffen?

Besonders Frauen in den Wechseljahren klagen sehr häufig über Beschwerden aufgrund einer trockenen Scheide. Ursache hierfür ist vor allem die mit dem Eintreten der Wechseljahre verbundene Umstellung der weiblichen Hormone.

Hierbei sinkt im Laufe der Zeit der Östrogenspiegel immer weiter ab. Östrogen spielt nun aber eine wichtige Rolle bei der Produktion des Ausflusses (Fluor genitalis). Durch den niedrigen Hormonspiegel wird weniger Sekret produziert, dadurch kann es zu Scheidentrockenheit kommen. Neben der verminderten Sekretproduktion wird die Scheide anfälliger für Verletzungen.

Ein häufiges Problem bei Scheidentrockenheit: Bei sexueller Erregung kommt es unter anderem durch die gesteigerte Durchblutung im Intimbereich zur vermehrten Produktion des feuchten Vaginalsekretes, um die Gleitfähigkeit der Scheide zu erhöhen. Mediziner sprechen hierbei von Lubrikation. Diese lässt bei Frauen in den Wechseljahren zunehmend nach, wodurch es zu Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs kommen kann.

Wie wird Scheidentrockenheit diagnostiziert?

Diagnose: Wie wird eine Scheidentrockenheit diagnostiziert?

Bei Symptomen wie Brennen, Jucken oder Schmerzen im Intimbereich sollte ein Facharzt oder eine Fachärztin um Rat gefragt werden – in der Regel ist man beim Frauenarzt oder der Frauenärztin an der richtigen Adresse.

Da die Ursachen für die Beschwerden sehr vielfältig sein können, ist die persönliche Befragung (Anamnese) wichtiger Bestandteil der Diagnosefindung. Hier gilt es Vorerkrankungen, benötigte Medikamente oder die psychische Verfassung der Patientin zu erfragen.

Der Anamnese schließt sich in der Regel eine gynäkologische Untersuchung an, bei der vor allem mögliche Infektionen als Auslöser der Beschwerden ausgeschlossen werden. Hierzu wird häufig ein Abstrich gemacht und der pH-Wert in der Scheide gemessen. Hat der Gynäkologe als Ursache für die Scheidentrockenheit einen Hormonmangel im Verdacht, kann zusätzlich eine Blutentnahme notwendig sein, um Aufschluss über den Hormonstatus zu erhalten.

Therapie: Was hilft gegen vaginale Trockenheit?

Therapie: Was hilft gegen vaginale Trockenheit?

Wie die Scheidentrockenheit letztendlich behandelt wird, das hängt ganz von der Ursache für die Beschwerden ab.

  • Besteht eine Grunderkrankung, gilt es diese entsprechend zu behandeln, wie z.B. durch die Senkung des Bluthochdrucks oder mit der bestmöglichen Einstellung eines Diabetes mellitus.
  • Ist ein Östrogenmangel die Ursache der vaginalen Trockenheit, können östrogenhaltige Präparate den Mangel ausgleichen. Diese gibt es in unterschiedlichen Anwendungsformen, wie Cremes oder Zäpfchen.
  • In manchen Fällen hilft auch die Umstellung der hormonellen Verhütung auf ein östrogenhaltiges Mittel.
  • Ist bei Frauen aus medizinischen Gründen der Einsatz von östrogenhaltigen Präparaten nicht möglich, gibt auch hormonfreie Alternativen wie beispielsweise feuchtigkeitsspendende Cremes oder Gele.
  • Bei psychischen Belastungssituationen als möglichem Auslöser kann der Besuch bei einem Psychologen hilfreich sein.
Selbsthilfe: Was du tun kannst, um die Beschwerden zu lindern

Selbsthilfe: Was du tun kannst, um die Beschwerden zu lindern

Scheidentrockenheit ist ein häufiges und für viele Frauen belastendes Thema, insbesondere wenn durch Schmerzen die Sexualität leidet. Dabei lassen sich die Beschwerden häufig recht einfach behandeln. Nicht selten hilft schon die Verwendung von Gleitgelen während des Geschlechtsverkehrs und das Auftragen feuchtigkeitsspendender Cremes, welche freiverkäuflich in der Apotheke zu erhalten sind. Dennoch sollte immer auch ärztlicher Rat eingeholt werden. Neben dem Arztbesuch gibt es einiges, das du selbst gegen die lästigen Symptome tun kannst:

  • Verzichte auf Zigaretten und übermäßig viel Alkohol.
  • Verwende während deiner Periode Binden anstatt Tampons, um die Schleimhaut der Scheide nicht zusätzlich zu reizen.
  • Um die verminderte Produktion von Feuchtigkeit während des Geschlechtsverkehrs auszugleichen und Schmerzen zu verhindern ist es sinnvoll Gleitgels zu verwenden.
  • Hinterfrage deine Intimhygiene: Waschen mit lauwarmem Wasser ohne Seife ist in der Regel ausreichend und schont die empfindliche Vaginalschleimhaut.
  • Solltest du übermäßigem Stress ausgesetzt sein, kann es helfen Entspannungstechniken zu erlernen, wie die Muskelrelaxation nach Jacobsen, Yoga oder autogenes Training.
  • Auf die Verwendung verschiedener haushaltsüblicher Öle wie Oliven- oder Kokosöl solltest du hingegen eher verzichten. Sie können dazu führen, dass die Schleimhaut sogar noch zusätzlich gereizt wird. Besser sind frei verkäufliche Cremes/ Gele aus der Apotheke, welche speziell auf die Bedürfnisse der Schleimhaut abgestimmt sind.
  • Achte auf deinen Flüssigkeitshaushalt und trinke reichlich.
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Service

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