Untenrum bei Frauen

Der Zyklus der Frau: Wie Menstruation und Eisprung zusammenhängen

Zuletzt aktualisiert am: 11.02.2019

Der weibliche Zyklus kann geheimnisvoll wirken, wird aber von Hormonen genau reguliert. Von der Pubertät bis in die Wechseljahre wechseln sich Eisprung und Periodenblutung ab, wenn es nicht zu einer Befruchtung der Eizelle und einer Schwangerschaft kommt. Verschiedene mit dem Zyklus verbundene Beschwerden können einer Frau das Leben mitunter schwer machen.  

Die erste Periodenblutung im Leben einer Frau, Menarche genannt, findet circa zwei Jahre nach den ersten Anzeichen der Brustentwicklung statt. In Deutschland liegt sie bei den meisten Mädchen zwischen dem zehnten und dem sechzehnten Lebensjahr. Nach einigen Monaten pendelt sich der Zyklus auf eine Länge zwischen 25 und 35 Tagen ein. Das ist bei jeder Frau verschieden. Auch von Monat zu Monat kann die Zykluslänge schwanken. Frauen sind schließlich keine Maschinen. Wenn du weißt, was zu welchem Zeitpunkt in deinem Zyklus passiert, können du Beschwerden besser einordnen und gezielt verhüten oder auf ein Baby hinarbeiten.   
Worum es beim weiblichen Zyklus geht

Worum es beim weiblichen Zyklus geht  

Jeden Monat reift in den Eierstöcken einer gesunden Frau mindestens eine Eizelle heran, mit dem Ziel, dass nach einer erfolgreichen Befruchtung durch eine männliche Samenzelle ein Baby entsteht. Um der befruchteten Eizelle die Einnistung zu ermöglichen, baut sich die Gebärmutterschleimhaut auf.  
 
Nistet sich keine Eizelle ein, wird die Schleimhaut nicht mehr gebraucht. Der Körper stößt sie ab und es entsteht die monatliche Menstruationsblutung. Mit ihr beginnt rein rechnerisch der weibliche Zyklus. Der erste Tag der Periode ist auch der erste Zyklustag. Hat sich die befruchtete Eizelle sicher eingenistet, bleibt die Monatsblutung aus und eine Schwangerschaft beginnt.  
Die verschiedenen Phasen des weiblichen Zyklus

Die verschiedenen Phasen des weiblichen Zyklus  

Frauenärzte teilen den weiblichen Zyklus in vier verschiedene Phasen ein. Die Angaben in Tagen entsprechen einem 28-Tage-Zyklus. Der ist allerdings eher selten.  

Die Menstruationsphase oder Desquamationsphase (Tag 1 bis 4)  

In der Menstruationsphase entsteht ein Mangel an Progesteron (Gelbkörperhormon), da die Eizelle nicht befruchtet wurde. In der Folge stößt der Körper die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut ab. Die Gebärmutter zieht sich wiederholt zusammen und schwemmt die Schleimhaut mit circa 50 Milliliter Blut durch den Muttermund und die Scheide nach draußen. In der Gebärmutterhöhle ist eine offene Wunde entstanden, die sich in der folgenden Zyklusphase wieder mit einer neuen Schleimhautschicht schließt.  

Die Proliferationsphase (Tag 5 bis 14)  

In der Proliferationsphase macht das follikelstimulierende Hormon FSH seinen Einfluss geltend. Eine Eizelle beginnt in einem Eibläschen (Follikel) zu reifen. Manchmal reifen auch mehrere Eizellen gleichzeitig heran und es kann zu einer Mehrlingsschwangerschaft kommen.  
 
Durch den steigenden Östrogenspiegel baut sich die Gebärmutterschleimhaut wieder auf. Parallel öffnet sich der Muttermund leicht und sein Schleim, der Zervixschleim, verflüssigt sich. Mithilfe dieser Beobachtungen kannst du zum Beispiel deine fruchtbaren Tage bestimmen. In der Mitte des Zyklus, zwischen Tag 12 und Tag 14, fällt der Östrogenspiegel ab, das FSH steigt an und ein plötzlicher Ausstoß von Luteotropem Hormon (LH) löst den Eisprung aus.  
 
Das Eibläschen platzt, die Eizelle ist frei und wandert aus dem Eierstock, durch den Eileiter, in Richtung Gebärmutter. Feine Flimmerhaare leiten die Eizelle weiter, die sich (im Gegensatz zu den männlichen Spermien) nicht selbstständig bewegen kann. Im Eileiter kann die Befruchtung stattfinden, wenn Spermien vorhanden sind. Bleibt die Eizelle unbefruchtet, stirbt sie nach circa 24 Stunden ab.  

Die Sekretionsphase oder Gelbkörperphase (Tag 15 bis 28)  

Es folgt die Sekretionsphase, in der aus dem Follikel der Gelbkörper entsteht. Der Follikel ist die Hülle, die zuvor die reifende Eizelle enthielt. Der Gelbkörper, Mediziner sprechen auch vom Corpus luteum, produziert das Hormon Progesteron. Es stimuliert die Gebärmutterschleimhaut zur Bildung neuer Blutgefäße, zum Wachstum und bereitet so das Nest für die befruchtete Eizelle.  
 
Der Muttermund schließt sich wieder, der Zervixschleim ist fest und eher cremig. Zusätzlich steigt die basale Körpertemperatur, die Sie am Morgen vor dem Aufstehen messen können, um circa ein halbes Grad Celsius an. Nistet sich keine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut ein, bildet sich der Gelbkörper zurück, der Progesteronspiegel im Blut fällt rasch ab und die nächste Monatsblutung meldet sich an. Der Kreis schließt sich.  
Die Menopause: Auch der weibliche Zyklus hat ein Ende

Die Menopause: Auch der weibliche Zyklus hat ein Ende  

Mediziner nennen die letzte Regelblutung im Leben einer Frau die Menopause. Haben Sie für ein ganzes Jahr keine Periode mehr bekommen, befinden Sie sich sicher in der Postmenopause. In Deutschland befinden sich 50 Prozent der Frauen mit 51 Jahren bereits in der Postmenopause.  

Weitere Fakten zur Menstruation 

Die Monatsblutung dauert in der Regel drei bis sieben Tage. Das kann von Frau zu Frau verschieden sein. In diesem Zeitraum verliert man 50 bis 65 Milliliter Blut und Gewebe. Die Menstruationsblutung beginnt stark und nimmt im Verlauf ab. Seelischer oder körperlicher Stress kann Einfluss auf den weiblichen Zyklus haben.  

Auch eine drastische Ernährungsumstellung oder hormonelle Verhütungsmethoden können die Periodenblutung verändern. Es ist sinnvoll, einen Periodenkalender zu führen. Hier trägst du jeden Tag, an dem du eine Blutung beobachtest ein und vermerkst eventuell auch Beschwerden. Dein Frauenarzt kann Probleme so wesentlich schneller einordnen und auch bei Kinderwunsch ist es nützlich, den eigenen Zyklus zu kennen.  
Hygieneprodukte für die Menstruationsblutung

Hygieneprodukte für die Menstruationsblutung 

Neben Binden sind Tampons in verschiedenen Größen schon lange die beliebtesten Hygieneprodukte. Seit einiger Zeit sind zusätzlich Menstruationstassen auf dem Markt. Die Becher aus Silikon haben die Form einer Glocke, und werden in die Scheide eingeführt. Dort liegen sie eng an der Wand der Scheide an und sammeln das Blut, das die Gebärmutter während der Menstruation ausstößt.  
 
Menstruationstassen sind auch für Allergiker geeignet. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich. Eine Tasse fasst etwas dreimal so viel Volumen wie ein Tampon. Nach acht bis 12 Stunden empfehlen die Hersteller die Tasse zu entfernen und zu reinigen, bevor sie direkt wieder eingesetzt werden kann.  
Wenn die Menstruation Beschwerden macht

Wenn die Menstruation Beschwerden macht  

Manche Frauen haben überhaupt keine Beschwerden während ihrer Menstruation und andere haben so starke Schmerzen, dass sie an den ersten Tagen im Bett bleiben müssen. Eine echte Krankheit sind Regelbeschwerden nicht, auch wenn sie die Betroffenen stark einschränken können.  
 
Die Ursachen hinter dem Symptomenkomplex sind krampfartige Kontraktionen der Gebärmutter, die sehr stark ausfallen können. Häufige Beschwerden im im Zusammenhang mit der Menstruation sind:
  • starke Schmerzen im Unterbauch
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Im Extremfall kann es zu einer kurzen Ohnmacht kommen
Bitte frage deinen Frauenarzt um Rat, wenn du von starken Menstruationsbeschwerden betroffen bist. In seltenen Fällen kann auch eine Erkrankung wie eine Endometriose oder eine Entzündung der Gebärmutter die Ursache sein.  
Hilfe bei starken Regelbeschwerden

Hilfe bei starken Regelbeschwerden  

Medikamente wie Ibuprofen (oder andere Nichtsteroidale Antirheumatika) oder Buscopan können bestimmte schmerzverursachende Gewebshormone (Prostaglandine) hemmen und zusätzlich die Muskulatur der Gebärmutter entspannen. Die Pille ist ebenfalls eine Möglichkeit, starke Regelbeschwerden zu behandeln. Wer nicht so gerne Medikamente nehmen möchte, kann sich mit Naturheilkunde und Hausmitteln behelfen.  

Hausmittel gegen Regelschmerzen  

  • Verzichte möglichst auf Alkohol und reduziere deinen Salzkonsum
  • Achte auf eine ausreichende Versorgung mit den B-Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren
  • Sport kann gegen Regelbeschwerden helfen. Leichter Ausdauersport soll die Muskulatur entspannen und die Durchblutung fördern.
  • Wärme kann ebenfalls entspannend wirken. Probiere es mit einem speziellen Wärmepflaster aus der Apotheke oder einfach mit einer Wärmflasche oder einem Kirschkernkissen auf dem Unterleib. Manche Frauen bevorzugen ein warmes Bad.
  • Lasse dich in der Apotheke zu Heilteesorten beraten. Mönchspfeffer, Schafgarbe und Johanniskraut wird nachgesagt, dass sie Regelschmerzen lindern und die Stimmung verbessern können.

Den eigenen Zyklus kennen, um schneller schwanger zu werden

Den eigenen Zyklus kennen, um schneller schwanger zu werden  

Viele Frauen interessieren ihre fruchtbaren Tage, weil sie gerne schwanger werden möchten. Natürlich ist dieses Wissen auch für die Verhütung nützlich. Wem das Temperaturmessen und Zervixschleimbeobachten zu umständlich ist, der kann ein paar einfache Fakten nutzen.  
  • Der Eisprung findet ca 14 Tage vor der nächsten Regelblutung statt.
  • Die fruchtbaren Tage beginnen fünf Tage vor dem Eisprung und enden 24 Stunden nachd em eisprung, da die Spermien bis zu fünf Tage im Körper der Frau überleben können und die Eizelle ca 24 Stunden lang befruchtbar ist.;

Mit dem Eisprungrechner zum Baby - geht das?  

Wenn dein Zyklus sehr regelmäßig ist, kannst du einen Eisprungrechner ausprobieren. Internetseiten oder Apps stellen solche Tools zur Verfügung. Du gibst einfach den ersten Tag deiner letzten Periode und deine durchschnittliche Zyklusdauer ein.  
 
Der Eisprungrechner ermittelt dann den Tag des nächsten Eisprungs. Bei vielen Frauen ist der Zyklus dafür nicht regelmäßig genug. Informiere dich über die natürliche Familienplanung (NFP), wenn du deinen Zyklus samt Eisprung möglichst genau bestimmen möchtest. 
Weiterlesen

Quellen:

  • Frank H. Netter: Gynäkologie. Thieme Verlag, Stuttgart: 2006
  • Goerke, Steller, Valet: Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe. Urban&Fischer Verlag. München 2014
Inhalt

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