Untenrum bei Frauen

Ausfluss, Brennen und Jucken der Scheide

Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2019

Veränderungen im Intimbereich wie ungewöhnlicher Ausfluss, Schmerzen, Brennen oder Jucken können für die Betroffenen sehr unangenehm sein. Dennoch ist die Hemmschwelle häufig hoch mit den Beschwerden zum Arzt zu gehen. Ließ hier ab wann solche Veränderungen Hinweis auf eine ernsthaftere Erkrankung sein können, wann du einen Arzt aufsuchen solltest und was du im Zweifel selber tun kannst.   

Ausfluss: Was ist normal und wo steckt eine ernsthafte Erkrankung dahinter?

Ausfluss: Was ist normal und wo steckt eine ernsthafte Erkrankung dahinter?  

Jede gesunde Frau im gebärfähigen Alter kennt Ausfluss aus der Scheide. Als Ausfluss wird dabei die  normale, regelmäßige Ausscheidung von Sekret aus der Vagina  bezeichnet. Dieses Sekret wird von der Schleimhaut der Scheidenwand produziert und dient als  natürlicher Schutz gegen Bakterien  oder andere Krankheitserreger. Mediziner bezeichnen den Ausfluss auch als „Fluor vaginalis“ bzw. „Fluor genitalis“. Bei einer gesunden Scheidenflora ist das Sekret  klar bis weißlich-trüb  und  geruchlos. Die Menge an Ausfluss ist dabei bei jeder Frau unterschiedlich und verändert sich im Verlauf des monatlichen Zyklus. 

Unbedenkliche Veränderungen: Welcher Ausfluss ist normal?  

Nach der Monatsblutung  haben viele Frauen so gut wie keinen Ausfluss. Die Scheide fühlt sich trocken an und kann manchmal auch etwas unangenehm jucken. Im Verlauf der ersten Zyklushälfte nimmt dann die Menge des produzierten Sekrets zu und der Ausfluss wird cremig, teilweise dicklich –klumpig und hat eine weiß-gelbliche Farbe. Um den  Eisprung  herum, also in etwa zur Zyklusmitte hin, wird der Ausfluss zunehmend klarer und zähflüssig. Er ähnelt dann in Aussehen und Konsistenz der von Eiklar. In der 2. Zyklushälfte, nachdem der Eisprung stattgefunden hat, wird der Ausfluss nun undurchsichtig, weiß-gelblich und teilweise sogar bröckelig/ krümelig. Häufig verstärkt sich der Ausfluss direkt vor der Periode auch noch einmal.  

Bei manchen Frauen kündigt sich die Menstruationsblutung schon einige Tage zuvor mit bräunlich-rötlichem Ausfluss an. Nicht bei jeder Frau läuft der Zyklus so bilderbuchmäßig ab. Manche Frauen leiden unter Zwischenblutungen, unregelmäßigen Zyklen oder einer verlängerten Periodenblutung. Insbesondere bei diesen Frauen, aber auch als Unregelmäßigkeit im Zyklus, kann sich der Ausfluss durch älteres Blut hell bis dunkelbraun oder durch frisches Blut rosa bis rötlich färben.  

Hält diese Veränderung des Ausflusses einige Tage an, ist dies in der Regel unbedenklich. Besteht die Verfärbung im Vaginalsekret über mehrere Wochen, sollte zur Sicherheit ein Frauenarzt zur Abklärung aufgesucht werden. 

Schwanger: Wie verändert sich der Ausfluss während einer Schwangerschaft?  

Aufgrund der Hormonumstellung kommt es während einer Schwangerschaft sehr häufig zu Veränderungen des Ausflusses. Besonders in der Frühschwangerschaft beobachtet ein Großteil der Schwangeren eine Zunahme des Sekretflusses. Umgekehrt lässt sich vermehrter Ausfluss allerdings nicht als sicheres Zeichen einer Schwangerschaft deuten. Sollte der Ausfluss besonders während einer Schwangerschaft anfangen unangenehm zu riechen, grünlich oder schäumend werden oder treten Schmerzen auf, solltest du deinen Gynäkologen um Rat fragen. Dieser kann Infektionen oder andere Erkrankungen, welche schädlich für das Ungeborene sein können ausschließen oder bei Bedarf behandeln.  

Erkrankungen im Intimbereich: Wann du einen Arzt aufsuchen solltest!  

Verändert sich der Ausfluss merklich was Farbe, Geruch, Menge oder Konsistenz angeht, ist dies häufig Zeichen einer Erkrankung des Intimbereichs. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen dabei bakterielle Infektionen, Pilzerkrankungen oder sexuell übertragbare Geschlechtskrankheiten. Seltener kann auch mal eine bösartige Veränderung hinter den Symptomen stecken.

In diesen Fällen solltest du dich auf jeden Fall bei einem Facharzt vorstellen:

  • Ein veränderter Geruch, besonders wenn dieser fischig ist, kann Hinweise auf eine Infektion sein. Diese sollte immer behandelt werden.
  • Tritt unabhängig vom Zyklus vermehrt Ausfluss auf, sollte dies vom Gynäkologen untersucht werden.
  • Ist der Ausfluss grünlich, eitrig, stark gelblich oder über eine längere Zeit bräunlich- blutig, kann das auf eine Erkrankung im Intimbereich hinweisen.
  • Kommen Allgemeinsymptome wie Fieber, Schmerzen oder ein allgemeines Krankheitsgefühl hinzu können das Zeichen einer schwereren Erkrankung sein.
  • Weißliche, schlecht abwischbare Beläge im Bereich der Schamlippen und der Vagina können Hinweis auf eine Pilzerkrankung sein.
  • Auch Rötung und Schwellung der Schamlippen können Anzeichen für eine Entzündung, hervorgerufen durch eine Infektion mit Bakterien oder Viren sein, welche unbedingt behandelt werden sollte.
  • Blutiger Ausfluss nach den Wechseljahren: Solltest Du über einen längeren Zeitraum immer wieder blutigen Ausfluss bemerken, obwohl Du Dich bereits in den Wechseljahren befinden, solltest Du dies mit Deinem Gynäkologen besprechen. Hier kann im schlimmsten Fall eine Krebserkrankung dahinterstecken.
Brennen und Jucken im Intimbereich: Was steckt dahinter?

Brennen & Jucken im Intimbereich: Was steckt dahinter?

Wenn die Scheide brennt oder juckt ist das für die betroffenen Frauen ein sehr unangenehmes Symptom. Häufig steckt hinter den Beschwerden eine Infektion der Geschlechtsorgane hervorgerufen durch Bakterien, Viren oder Pilze. Zum Glück lassen sich diese Erkrankungen in der Regel einfach und wirkungsvoll mit den richtigen Medikamenten behandeln.  

Ursachen für das Jucken und Brennen

Die Ursachen für das Brennen und Jucken im Intimbereich können sehr unterschiedlich sein. Aus diesem Grund ist es auch besonders wichtig die richtige Diagnose zu stellen. Nur so lässt sich eine Erkrankung schnell und wirkungsvoll behandeln. Zu den möglichen Ursachen zählen: 

Pilzinfektionen: Jucken und Brennen ist ein ganz typisches Symptom für eine Pilzinfektion der Scheide. Daneben zeigt sich häufig ein krümelig-weißlicher Ausfluss. In manchen Fällen finden sich bei einer Pilzinfektion zusätzlich weißliche Beläge an den Schamlippen und der Vagina. Behandelt wird der Pilzbefall mit Salben, Zäpfchen oder Tabletten, welche teilweise frei verkäuflich in der Apotheke zu bekommen sind.  
 
Bakterielle Vaginose: Bei einer bakteriellen Infektion der Vagina sprechen Mediziner auch von einer bakteriellen Vaginose. Auch hier können Symptome wie Brennen und Jucken auftreten. Zusätzlich können als Zeichen der Infektion eine Rötung der Schamlippen, sowie ein grünlicher oder eitriger Ausfluss mit unangenehm fischigem Geruch auftreten. Eine bakterielle Infektion birgt immer die Gefahr, dass sich die Infektion auf den Körper ausbreitet. Daher sollte bei dem Verdacht auf eine Infektion immer der Gynäkologe aufgesucht werden, welcher eine antibiotische Therapie einleiten kann.   
 
Trockene Scheide: Auch eine zu trockene Scheide kann zu Brennen, Jucken oder sogar Schmerzen im Intimbereich führen. Ursache hierfür ist häufig eine Hormonumstellung, wie sie beispielweise in den Wechseljahren oder in der Zyklusphase nach der Periode vorkommt. Hilfreich können hier Cremes oder Salben sein, welche die Scheide befeuchten.   
 
Blasen- und Harnröhrenentzündung: Brennen, vor allem beim Wasserlassen, ist ein typisches Symptom der Blasenentzündung. Weitere Anzeichen für eine Infektion der Harnwege sind häufiger Harndrang mit nur geringen Mengen an Urin, Unterbauchbeschwerden und ein ungewöhnlich riechender Urin. Ob es sich um eine Blasenentzündung handelt, die mit einem Antibiotikum behandelt werden muss, lässt sich leicht über eine Urinprobe beim Hausarzt herausfinden.  
 
In manchen Fällen kommt es allerdings auch zu Beschwerden in den äußeren Geschlechtsorganen, bei denen keine Ursache gefunden werden kann, dies wird dann als  Vulvodynie  bezeichnet und ist leider nur schwer zu behandeln. Mögliche weitere Ursachen sind:  

Weitere Ursachen:

  • Virusinfektion (beispielsweise Genitalherpes)
  • falsche oder übertriebene Intimhygiene
  • Allergien unterschiedlichster Ursache (Waschmittel, Pflegeprodukte, Latex in Kondomen o.ä.)
  • Hauterkrankungen im Intimbereich
  • sexuell übertragbare Erkrankungen, welche immer auch eine Behandlung des Partners erfordern
Schmerzen an der Scheide: Ursachen

Schmerzen an der Scheide: Ursachen

Ein weiteres unangenehmes Symptom im Intimbereich können Schmerzen an den Schamlippen und/ oder der Scheide sein. Häufig treten Schmerzen auch im Zusammenhang mit anderen Beschwerden wie Brennen und Jucken auf. 

Mögliche Ursachen für die Schmerzen können sein:

  • Kleinere Verletzungen, wie sie z.B. beim Geschlechtsverkehr entstehen können.
  • Entzündungen durch unterschiedliche Erreger, welche die Vagina und die Schamlippen betreffen, können neben Jucken, Brennen und Rötugnen auch zu Schmerzen in diesem Bereich führen. 
  • Unwillkürliche Verkrampfungen der Scheidenwandmuskulatur (Vaginismus) können zu Schmerzen besonders beim Geschlechtsverkehr oder beim Einführen eines Tampons führen.  
  • Auch eine trockene Scheide, wie es häufig nach den Wechseljahren oder durch übertriebene Intimhygiene vorkommt kann zu Schmerzen führen.  
  • Krampfadern an der Scheide, wie sie häufig im Rahmen einer Schwangerschaft entstehen können ebenso zu Jucken, aber auch Schmerzen besonders am Scheideneingang führen. 
Therapie: Wie du die Beschwerden wieder los wirst

Therapie: Wie du die Beschwerden wieder los wirst!

Die Therapie der Beschwerden im Genitalbereich richtet sich nach der Ursache. Da die Ursachen sehr vielfältig sein können, ist es ganz besonders wichtig die richtige Diagnose zu finden. Aus diesem Grund empfiehlt es sich bei Beschwerden im Intimbereich  in jedem Fall einen Facharzt aufzusuchen, welcher auch die richtige Diagnose stellen kann. Der Arzt kann dann dementsprechend das richtige Medikament verordnen und so in vielen Fällen schnell Linderung verschaffen. Um kurzfristig die Symptome zu lindern helfen manchmal  lauwarme Sitzbäder mit Kamille oder das Auftragen einer  Wund- und Heilsalbe. 

Fazit 

Brennen und Jucken gehört zu den häufigsten Symptomen im Intimbereich. Ursache für die Beschwerden ist in den meisten Fällen eine Infektion mit Viren, Pilzen oder Bakterien. Wird die richtige Diagnose von einem Gynäkologen oder Hausarzt gestellt, lässt sich die Erkrankung in der Regel gut mit den entsprechenden Medikamenten behandeln.

Weiterlesen
Inhalt

Ratgeber-Untenrum bietet unabhängige und umfassende Informationen. Betroffene und Interessierte finden auf dem Portal alles Wichtige über über Symptome und Erkrankungen, die vor allem den Intimbereich betreffen. Die redaktionelle Verantwortung obliegt der Fachredaktion des Ratgebers. Das Informationsangebot entsteht in Zusammenarbeit mit ausgesuchten Autoren aus dem medizinischen Fachkreis; Ärzte, Medizinjournalisten und Pharmakologen. Die Inhalte des Portals dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.