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Analekzem: Anzeichen und Therapie

Zuletzt aktualisiert am: 10.05.2019

Ein Analekzem kann dir das Leben zur Qual machen. Diese oberflächliche Entzündung der Haut im Analbereich ist keine eigene Erkrankung, sondern tritt als Begleiterscheinung von anderen Erkrankungen im Analbereich als Zeichen der Hautreizung auf. Man unterscheidet dabei zwischen einem akuten, subakuten und einem chronischen Analekzem. Was man dagegen unternehmen kann, das verrät dir dieser Artikel.

Wie sieht ein Analekzem aus?

Wie sieht ein Analekzem aus?

Die Haut im Analbereich ist gerötet und schmerzhaft. Sie kann Papeln und Bläschen aufweisen. In schweren Fällen kann die dünne oberste Hautschicht fehlen. Oft findet man in der Umgebung Kratzspuren. Da die Beschwerden vor allem nachts auftreten, kann im Schlaf der Kratztrieb oft nicht unterdrückt werden.

Symptome: Welche Beschwerden habe ich beim Analekzem?

Symptome: Welche Beschwerden habe ich beim Analekzem?

Wie jedes andere Ekzem juckt das Analekzem sehr, vor allem nachts. Weitere Symptome sind das Brennen, das Wundsein und das Nässen. Der quälende Juckreiz kann bis zu Schlafstörungen und psychischer Belastung führen. Bei etwa jedem zehnten Patienten, der von einer proktologischen Erkrankung geplagt wird, tritt zusätzlich ein Analekzem auf.

Ursachen: Wie entsteht ein Analekzem?

Ursachen: Wie entsteht ein Analekzem?

Das Analekzem entsteht durch eine lokale Entzündung der Haut im Bereich des Afters. Da in der Gesäßfalte Haut auf Haut liegt, kann sich Feuchtigkeit in der Falte ansammeln und die Haut reizen. Die beiden Gesäßhälften reiben aneinander und die oberen Hautschichten werden geschädigt. Durch das feucht-warme Klima besteht ein guter Nährboden für Bakterien, die zusätzlich schwere Infektion hervorrufen können.
Die Feuchtigkeit kann einfach durch Schweiß, aber auch durch andere Grunderkrankungen in der Analregion entstehen. 

Zu welchem Arzt gehe ich mit einem Analekzem?

Behandlung: Zu welchem Arzt gehe ich mit einem Analekzem?

Ein Analekzem kann viele Ursachen haben. Nur selten entsteht ein Analekzem ohne eine weitere Grunderkrankung.  
Wenn diese Ursachen nicht mitbehandelt werden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, das Analekzem erfolgreich zu therapieren.

Zur weiteren Diagnostik und Therapie eines Ekzems empfiehlt sich der Besuch bei einem proktologisch erfahrenen Dermatologen. Ein Proktologe ist ein Dermatologe, Chirurg oder Internist, der zusätzliche Kenntnisse über Enddarmerkrankungen erworben hat. Da bei einem Ekzem das betroffene Organ die Haut ist, sollte deine Wahl auf einen Dermatologen fallen.

Die Diagnostik und die Therapie eines Analekzems richtet sich nach der Ursache der Hautschädigung. 
Da ein Ekzem auch mehr als einen Auslöser haben kann, kommt es vor, dass der Dermatologe nur einen Faktor nach dem anderen finden und behandeln kann. Das bedeutet, dass gerade in den Fällen von chronischen Ekzemen, die schon lange ohne Arzt behandelt worden sind, ein Detektivspiel notwendig werden kann, bis die Haut wieder zum abheilen kommt.

Daher ist es sinnvoll, in der konstanten, regelmäßigen Behandlung durch einen kompetenten Facharzt zu bleiben. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Ekzem unter der laufenden Therapie nicht besser wird, sprich das bei deinem nächsten Besuch beim Dermatologen an. Nur so habt Ihr die Chance, jede mögliche Ursache zu finden und zu behandeln.

Auch wenn du bei einem längeren Krankheitsverlauf bei dieser lästigen Krankheit eine Zweitmeinung einholen möchtest, sprich das mit deinem behandelnden Arzt ab. Kein seriöser, kompetenter Arzt wird dir das Recht auf eine zweite Meinung durch einen Kollegen übel nehmen. So vermeidest du, dass der zweite Arzt mit der anspruchsvollen Diagnostik von vorne anfangen muss und dass Zeit verloren geht.

Wichtig zu wissen:

Neben dem Analekzem gibt es auch sexuell übertragbare oder maligne (bösartige) Grunderkrankungen, die zu ähnlichen Symptomen führen können. Daher lohnt sich der Besuch bei einem proktologisch geschulten Dermatologen.

Behandlung bei einem Analekzem

Welche Möglichkeiten gibt es, um ein Analekzem zu behandeln?

Grundsätzlich gilt: Wenn du nicht die Ursache eines Analekzems behandeln lässt, werden die Symptome immer nur kurzfristig verschwinden.
Je länger ein Ekzem schon besteht, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass nicht nur eine, sondern mehrere Ursachen dahinter stecken. Oft kommt zu einem Ekzem, das man lange selber mit verschiedenen Mitteln behandelt, mit der Dauer der Erkrankung auch eine allergische Komponente auf die verschiedenen Cremes und Lotionen dazu. Bis zum Besuch beim Facharzt kannst du dir aber natürlich Linderung verschaffen. 

Die richtige Hygiene

Da die Ursache für ein Analekzem vielfältig sein kann, solltest du möglichst jegliche Reizung der Haut vermeiden. Dazu gehört auch, im Intim- und im Analbereich auf deine bisherigen Kosmetik- und Pflegeprodukte zu verzichten, um jedem möglichen Allergieauslöser zu entgehen.

Zusätzlich solltest du deine Toilettenhygiene umstellen. Natürlich ist eine sorgfältige Reinigung vor allem nach dem Stuhlgang wichtig, aber die mechanische Reinigung mittels Toilettenpapier reizt die Haut zusätzlich und ist meist sehr schmerzhaft. Auch Feuchttücher reizen die Haut durch Duft- und Konservierungsstoffe. Am schonendstenden reinigst du den betroffenen Hautbezirk durch ein Ausduschen mit reichlich klarem, handwarmen Wasser, das du anschließend vorsichtig abtupfst.  Vermeide dabei auf jeden Fall aber eine übertriebene Hygiene, um den Säureschutzmantel der Haut zu schonen.

Medikamente und Hausmittel bei einem Analekzem

  • Schütze die Haut im Analbereich durch reine Zinksalbe. So reduzierst du Allergene, mit denen deine Haut in Verbindung kommt. 
  • Zinksalbe schützt vor Bakterien und schirmt die Haut gegen die Feuchtigkeit ab. Wenn dir die Zinksalbe auf der Haut nicht angenehm ist, kannst du auch reine Vaseline verwenden.
  • Lege eine trockene Kompresse aus der Apotheke zwischen die Gesäßfalten. Sie vermindert die Reibung von Haut auf Haut und saugt überschüssige Feuchtigkeit auf. du kannst die Kompresse vorsichtig mit der Zinksalbe bestreichen, bevor du sie einlegst.
  • Früher wurden beim Analekzem oft Sitzbäder in Kamillenlösung empfohlen. Heute rät man eher von längeren Bädern ab, da sie die Haut zusätzlich aufweichen und den Säureschutzmantel weiter vermindern. Auch ist Kamille ein bekannter Allergieauslöser.
  • Wenn du sicher nicht gegen die Bestandteile allergisch bist, sind Aloe vera und Ringelblumenextrakt beruhigende Wirkstoffe aus der Natur, die die Heilung unterstützen können. 
  • Auch schwarzer Tee kann durch seine Gerbstoffe die entzündete Haut beruhigen. Hierzu kannst du eine Kompresse mit Schwarztee tränken und für einige Minuten auf das Ekzem auflegen oder einfach einen Teebeutel mit kochendem Wasser übergießen, auf Körpertemperatur abkühlen lassen und einige Minuten auf den befallenen Bereich legen.

Die Wirkung einer homöopathischen Therapie konnte bisher nicht bewiesen werden.

Ursachen für ein Analekzem

Was gibt es für Ursachen für ein Analekzem?

Man unterscheidet das häufige allergische Ekzem, das durch äußere Einflüsse hervorgerufene Ekzem und das atopische Ekzem.
Aber auch der Befall mit Pilzen oder Bakterien sowie andere Grunderkrankungen der Haut und des Enddarmes können ein Analekzem hervorrufen.

Das allergische Ekzem 

Circa vierzig Prozent aller Analekzeme beruhen auf einer Kontaktallergie. Das Immunsystem reagiert auf Reize, die von außen mit deiner Haut in Berührung kommen. Durch die enthaltenen Duft- und Konservierungsstoffe sind meist Pflegemittel, Intimsprays, feuchtes oder recyceltes Toilettenpapier oder Medikamente die Auslöser eines allergischen Ekzems.

Zur weiteren Diagnostik wird dein Arzt verschiedene Allergietests durchführen. Die beste Therapie besteht natürlich darin, die auslösenden Stoffe zu meiden. Zur Wund- und Hautpflege eignen sich neutrale Salben wie weiche Zinksalbe oder Vaseline. Nur in schweren Fällen wird der Hautarzt dir Medikamente zur weiteren Therapie verordnen.

Äußere Einflüsse machen das Leben schwer: Das irritativ-toxische oder das kumulativ-toxische Ekzem 

Etwa dreißig Prozent der Analekzeme gehören zu den irritativ-toxischen oder kumulativ-toxischen Ekzemen. Hier wird die Haut durch Reize von außen geschädigt, ohne dass der Körper eine Allergie bzw. eine Immunreaktion auslöst. Dies ist eine unmittelbare Hautschädigung etwa durch mechanische Reize, ein andauernd feuchtes Milieu oder einwirkende Schadstoffe.

Da zu dieser Form auch die Ekzeme gehören, die durch anhaltendes Nässen hervorgerufen werden, können viele proktologische Erkrankungen von einem irritativ-toxischen Ekzem begleitet werden. dein Arzt sollte durch eine Spekulumuntersuchung und eine Enddarmspiegelung Afterhauteinrisse, Analfisteln oder Feigwarzen (Kondylome) ausschließen. Da auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, eine beginnende oder chronische Inkontinenz oder Durchfälle zu einem feuchten Milieu in der Gesäßfalte beitragen, sind sorgfältige Angaben zu deinem Stuhlverhalten ein wichtiger Beitrag zur schnellen Diagnose.

Therapeutisch ist auch hier natürlich die proktologische Grunderkrankung zu beseitigen, falls diese vorliegt.

Neurodermitis: Das atopische oder endogene Ekzem

Die Analregion ist eine typische Stelle beim Befall mit Neurodermitis. Ungefähr jedes vierte Analekzem ist dieser Ursache zuzuordnen. Bei den Betroffenen besteht ein erhöhtes genetisches Risiko, an allergischem Asthma bronchiale und an Heuschnupfen zu erkranken. Wenn bei dir noch andere typische Körperregionen des atopischen Ekzems wie Knie- und Ellenbeugen befallen sind, ist die Diagnose leicht zu stellen. Es gibt allerdings auch einen isolierten Befall der Analregion.

Das atopische Ekzem ist eine sehr vielfältige, multifaktorielle Erkrankung. Der lokale Befund in der Analregion wird meist mit einer kurzen Cortisontherapie anbehandelt, die später auf Teerpräparate umgestellt werden kann. Eine Bestrahlung mit UVA-Licht kann unterstützend helfen. Oft lohnt sich auch eine ganzheitliche Behandlung mit Ernährungsberatung und dem Erlernen von Entspannungstechniken.

Vergrößerte Hämorrhoiden: Das vulgäre Ekzem

Die Hämorrhoiden sind kleine Gewebepolster, die mit Blut gefüllt sind und zur Feinkontinenz beitragen. Wenn sich diese Gewebepolster vergrößern, kann es ebenfalls zu einem Analekzem kommen. Hier sind die Ursachen und die einzelnen Entstehungsmechanismen bisher noch in Abklärung. Wenn dein Arzt bei einer Enddarmspiegelung eine Vergrößerung der Hämorrhoidenpolster feststellt, ist eine zeitnahe, stadiengerechte Therapie sinnvoll. Oft kann eine alleinige Therapie der vergrößerten Hämorrhoiden das Ekzem zum Abheilen bringen.

Schuppenflechte (Psoriasis inversa)

Die Analfalte ist ebenfalls eine typische Stelle für den Befall mit Schuppenflechte. Es zeigt sich ein sichtbarer, geröteter Hautdefekt mittig in der Gesäßfalte. Im Gegensatz zu anderen Psoriasisformen juckt der anale Befall stark und schuppt nur selten. Oft hilft eine lokale Therapie mit den Salben, die dir dein Dermatologe verordnet.

Pilzbefall: Die anale Kandidose

Bei einer erhöhten Anzahl von Hefepilzen im Darm kann es zu einem Infekt der Haut mit Pilzen kommen. Das Risiko ist erhöht bei vorgeschädigter Haut, bei Inkontinenz oder bei Immunschwäche. Da im feuchten Milieu der Gesäßfalte oft geringe Anteile an Hefepilzen nachzuweisen sind, gilt der Nachweis von Hefepilzen nur als behandlungsbedürftig, wenn gleichzeitig zum Hautbefall eine Fehlbesiedlung des Darmes vorliegt und wenn alle anderen Untersuchungen ohne Ergebnis waren. Neben Medikamenten gegen den Pilzbefall ist eine Ernährungsumstellung wichtig. du solltest auf raffinierten Zucker ganz verzichten und die Zufuhr von Ballaststoffen erhöhen. 

Bakterielle Infekte: Die perianale Streptokokkendermatitis (PSD) 

Bei der perianalen Streptokokkendermatitis handelt es sich um eine Infektionskrankheit mit beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A in den oberen Hautschichten. Es zeigt sich eine klar begrenzte, schmerzhafte Rötung, die auf Antibiotika gut anspricht.

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